Städtisches und adliges Wirtschaften

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(Seereisende im Hanseraum unter dem Schutz des Heiligen Nikolaus, Lübecker Altar, Aufnahme: Stephan Selzer)

Zu den dynamischen Feldern innerhalb der europäischen Geschichtswissenschaft der letzten zehn Jahre gehört die Konsumgeschichte. Ihren Ausgangspunkt besaß diese Bewegung in der angelsächsischen Wissenschaftskultur. Die Konsumgeschichte ist zwar mittlerweile auch in der deutschsprachigen Forschungslandschaft entdeckt und in ihrer Bedeutung erkannt worden. Kennzeichnend für diese nachholende Rezeption ist allerdings, dass Konsum, verstanden als Kaufen, Gebrauchen und Verbrauchen von Waren, vor der Moderne und damit vor dem Entstehen einer Konsumgesellschaft bisher fast nicht behandelt worden ist.
In eigenen Forschungsbeiträgen, vor allem in der Habilitationsschrift, konnte indes gezeigt werden, dass sich die Fragestellungen und die Methoden der Konsumgeschichte sinnvoll auf die Epoche des Spätmittelalters anwenden lassen. Methoden und Theorien der Konsumgeschichte erlauben dabei innovative Fragen, die auch etablierte Forschungsfelder neu befruchten können. Die interdisziplinären Verbindungen zu allen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, aber eben auch zur Technik-, Literatur- und Kunstgeschichte sind zudem evident. Der räumliche Fokus ist dabei auf den Hanseraum gerichtet.

Publikationen von Stephan Selzer zum Thema

  • Prosopographie eines Schiffsunglücks. Schadenslisten preußischer Flandernhändler als Parallelüberlieferung zur Brügger Steuerliste, in: Nils JÖRN, Werner PARAVICINI, Horst WERNICKE (Hg.), Hansekaufleute in Brügge Teil 4: Beiträge der Internationalen Tagung in Brügge April 1996 (Kieler Werkstücke D 13), Frankfurt/M. usw. 2000, S. 319-326.
  • [zs. mit Ulf-Christian EWERT] Verhandeln und Verkaufen, Vernetzen und Vertrauen. Über die Netzwerkstruktur des hansischen Handels, in: Hansische Geschichtsblätter 119 (2001), S. 135-161. Von Nördlingen nach Thorn und von Brügge nach Danzig. Beispiele für Fernbeziehungen im spätmittelalterlichen Europa (mit Edition), in: Mr_gowskie Studia Humanistyczne 3 (2001) [2003], S. 106-117.
  • Geheimer Schoß und sichtbare Statussymbole. Konsum als Zeichen sozialer Zuordnung in spätmittelalterlichen Städten des Hanseraums. Eine Problemskizze, in: Matthias MEINHARDT, Andreas RANFT (Hg.), Die Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte (Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit 1), Berlin 2005, S. 89-120.
  • [zs. mit Ulf-Christian EWERT], Die Neue Institutionenökonomik als Herausforderung an die Hanseforschung, in: Hansische Geschichtsblätter 123 (2005), S. 7-29.
  • [zs. mit Ulf-Christian Ewert], Netzwerkorganisation im Fernhandel des Mittelalters: Wettbewerbsvorteil oder Wachstumshemmnis?, in: Hartmut Berghoff und Jörg Sydow (Hg.), Unternehmerische Netzwerke. Eine historische Organisationsform mit Zukunft?, Stuttgart 2007, S. 45-70.
  • Fürstliche Ansprüche an der Peripherie des höfischen Europas. Die Hofhaltung des Hochmeisters Friedrich von Sachsen in Preußen (1498-1507), in: Gerhard FOUQUET, Jan HIRSCHBIEGEL und Werner PARAVICNI (Hg.), Hofwirtschaft. Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. 10. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Gottorf/Schleswig, 23.-26. September 2006 (Residenzenforschug 21), Ostfildern 2008, S. 55-76.
  • Die mittelalterliche Hanse (Geschichte kompakt), Darmstadt 2010.
  • Blau: Ökonomie einer Farbe im spätmittelalterlichen Reich (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 57), Stuttgart 2010.
  • [zs. mit Ulf-Christian EWERT], Wirtschaftliche Stärke durch Vernetzung. Zu den Erfolgsfaktoren des hansischen Handels, in: Mark HÄBERLEIN und Christof JEGGLE (Hg.): Praktiken des Handels. Geschäfte und soziale Beziehungen europäischer Kaufleute in Mittelalter und früher Neuzeit (Irseer Schriften N.F. 6), Konstanz 2010, S. 3-69.
  • [zs. mit Ulf-Christian EWERT], Netzwerke im europäischen Handel des Mittelalters. Konzepte - Anwendungen - Fragestellungen, in: Gerhard FOUQUET und Hans-Jörg GILOMEN (Hg.): Netzwerke im europäischen Handel des Mittelalters (Vorträge und Forschungen 72), Ostfildern 2010, S. 21-47.
  • Erfurt und Toulouse. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier Waidstädte im spätmittelalterlichen Europa, in: Martin BAUMANN und Steffen RAßLOFF (Hg.): Blumenstadt Erfurt, Waid - Gartenbau - iga/egpark (Schriften des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt 8), Erfurt 2011, S. 17-41.
  • [zs. mit Gerrit DEUTSCHLÄNDER], Halle und die Hanse, in: Jahrbuch für hallische Stadtgeschichte 2011, S. 11-41.
  • Was meint Hansegeschichte heute?, in: Oliver AUGE (Hg.): Hansegeschichte als Regionalgeschichte. Beiträge einer internationalen und interdisziplinären Winterschule in Greifswald vom 20. bis 24. Februar 2012, Frankfurt am Main u. a. 2014, S. 21-34.
  • Eine fürstliche Konsumentin und ihre Lübecker Einkäufe 1433/1434, in: Michael HUNDT und Jan LOKERS (Hg.): Hanse und Stadt. Akteure, Strukturen und Entwicklungen im regionalen und europäischen Raum. Festschrift für Rolf Hammel-Kiesow zum 65. Geburtstag, Lübeck 2014, S. 411-431.
  • Verbraucherpreise und Verbrauchsgewohnheiten im spätmittelalterlichen Hamburg. Die Rechnungen des Huses Sunte Elizabeth von 1495 bis 1503, in: [zs. mit Benjamin WEIDEMANN] (Hgg.): Hamburger Lebenswelten im Spätmittelalter. Untersuchungen an gedruckten und ungedruckten Quellen (Contributiones 2), Münster 2014, S. 11-84.
  • [zs. mit Ulf-Christian EWERT] Social Networks, in: Donald J. HARRELD (Hg.): A Companion to the Hanseatic League (Brill's Companions to European History 8), Leiden und Boston 2015, S. 162-194.
zuletzt verändert: 09.02.2015 13:10

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