Themen für Bachelor- und Masterarbeiten

An der Professur Berufs- und Arbeitspädagogik werden mit einem empirisch ausgerichteten Forschungs- und Lehransatz die Prozesse und Strukturen der beruflichen Bildung, der Erwerbsarbeit sowie der beruflich-betrieblich organisierten Arbeitssysteme behandelt. Im Besonderen werden folgende Schwerpunkte verfolgt und im Rahmen von Abschlussarbeiten betreut:

  • Berufsbildung für nachhaltiges Wirtschaften
  • Berufs- und wirtschaftspädagogische Professionalisierung und Bildungsmanagement beruflicher Lernorte
  • Empirische Lehr-Lernforschung (insb. Arbeiten im Feld subjektiver Theorien)
  • Entrepreneurship Education
  • Digitalisierung beruflicher Bildung

Aktuell werden in diesen Schwerpunkten folgende Themenvorschläge angeboten, eine Aktualisierung erfolgt kontinuierlich. Gerne können Sie auch eigene Themenvorschläge unterbreiten.

Evaluationsstudie zum Projekt Geschäftsmodell- und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften (Masterarbeit)

Das Thema und die Forschungsziele dieser Masterarbeit können aus dem aktuellen Modellversuch „Geschäftsmodell- und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften“ (GEKONAWI) abgeleitet werden, der unter der Leitung der Professur für Berufs- und Arbeitspädagogik der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg in Kooperation mit dem Fachgebiet Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Universität Oldenburg durchgeführt wird. Der Modellversuch ist Bestandteil des Modellversuchsförderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015 - 2019“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Im Projekt wurde eine aus vier Modulen bestehende Fortbildung für betriebliche Ausbilder/-innen zur Berufsausbildung für nachhaltiges Wirtschaften entwickelt und in Kooperation mit Verbänden, Kammern und Betrieben erprobt. Projektziel ist eine Verbreitung und Verstetigung des Fortbildungsangebots. Zur empirischen Fundierung der Modulentwicklung wurden bereits leitfadenbasierte Gruppeninterviews/-diskussionen und fragebogengestützte Betriebsbefragungen durchgeführt. Ab April sollen ergänzende Evaluationsstudien erfolgen, die die Qualität und den Outcome der Modulerprobungen untersuchen und Erkenntnisse zur theoriebasierten Modellentwicklung für die Berufsbildung für nachhaltiges Wirtschaften liefern. Eine Teilstudie könnte dabei durch eine Masterarbeit abgedeckt werden. So sind die Erfahrungen einerseits der Teilnehmer/-innen zu evaluieren und andererseits auch die Einschätzungen und Bewertungen der Kooperationspartner einzuholen. Der genaue Schwerpunkt wird im Rahmen der Betreuung vereinbart.

Literatur zum Einlesen:

  • Breuer, K. (2010). Leistungsbewertung und Unterrichtsevaluation. In R. Nickolaus et al. (Hrsg.), Handbuch Berufs- und Wirtschaftspädagogik (S. 195-201). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
  • Dobischat, R. & Düsseldorff, K. (2010). Evaluation in der Aus- und Weiterbildung. In R. Nickolaus et al. (Hrsg.), Handbuch Berufs- und Wirtschaftspädagogik
    (S. 301-308). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
  • Schlömer, T.; Becker, C.; Jahncke, H.; Kiepe, K.; Wicke, C. & Rebmann, K. (2017). Geschäftsmodell- und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften: Ein partizipativer Modellansatz des betrieblichen Ausbildens. bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, 32, 1-20. URL: http://www.bwpat.de/ausgabe32/schloemer_etal_bwpat32.pdf [Zugriff: 29.06.2017].
  • Steinert, B. & Klieme, E. (2008). Evaluation im Bereich der empirischen Bildungsforschung. In H. Faulstich-Wieland & P. Faulstich (Hrsg.), Erziehungswissenschaft (S. 641-654). Reinbek: Rowohlt.

Die Zukunft der kaufmännischen Sachbearbeitung im Spiegel der Digitalisierung – eine Expert(inn)en-Befragung (Masterarbeit)

Aktuelle Studien der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen unterschiedliche Szenarien zur Frage auf, wie sich durch Digitalisierung Berufsbildung, Tätigkeitsprofile sowie Kompetenz- und Qualifikationsanforderungen verändern könnten. Für kaufmännische Berufe wird von vielen Expert(inn)en angenommen, dass einerseits ein signifikanter Anteil an kaufmännischer Sacharbeit künftig wegfallen könnte, da künstliche Intelligenz weite Teile der kaufmännischen Auftragsbearbeitung, der Buchführung und sogar in bestimmtem Maße die Kundenberatung und -kommunikation übernehmen könnte. Andererseits wird erwartet, dass die kaufmännische Sachbearbeitung durch Digitalisierung eine signifikante Komplexitätssteigerung und inhaltliche Aufwertung erfahren könnte. In diesen Szenarien werden kaufmännische Sachbearbeiter/-innen deutlich stärker als bisher mit konzeptionellen, strategischen, kreativen und sozial-kommunikativen Aufgaben konfrontiert, für die sie künftig aus- und weitergebildet werden müssten. Die bisherigen Studien widmen sich überwiegend der Analyse von Berufsfeldern, einzelne Berufsbilder werden kaum vertieft analysiert. Eine zu diesem Forschungsfeld passende Masterarbeit könnte sich einer Expert(inn)en-Befragung widmen, die für ein konkretes Berufsbild (z. B. Industriekaufleute, Kaufleute im Einzelhandel oder Groß- und Außenhandel; Kaufleute für Büromanagement) die Zukunft der kaufmännischen Sachbearbeitung im Spiegel der Digitalisierung untersucht.

Literatur zum Einlesen:

  • Helmrich, R.; Tiemann, M.; Troltsch, K.; Lukowski, F.; Neuber-Pohl, C.; Lewalder, A. C. & Güntürk-Kuhl, B. (Hrsg.) (2016). Digitalisierung der Arbeitslandschaften. Keine Polarisierung der Arbeitswelt, aber beschleunigter Strukturwandel und Arbeitsplatzwandel. Wissenschaftliche Diskussionspapiere (180). Bonn.
  • Pfeiffer, S. & Suphan, A. (2015). Erfahrung oder Routine? Ein anderer Blick auf das Verhältnis von Industrie 4.0 und Beschäftigung. BWP – Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 6, 21-25.
  • Schlömer, T. (2017). Die Entrepreneurship Education als Zukunftsperspektive einer digitalisierten und nachhaltigen kaufmännischen Berufsbildung. bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik online, Spezial 14: Homo oeconomicus oder Ehrbarer Kaufmann – Reflexionen zum Verhältnis der Wirtschaftspädagogik zu den Wirtschaftswissenschaften, hrsg. v. T. Tramm, T. Schlömer & C. Thole, 1-30. URL: http://www.bwpat.de/spezial14/schloemer_bwpat_spezial14.pdf [Zugriff: 27.07.2017].
  • Wilbers, K. (Hrsg.) (2017). Industrie 4.0: Herausforderungen für die kaufmännische Bildung. Berlin: E-Publi.
  • Wolter, M. I.; Mönnig, A.; Hummel, M.; Weber, E.; Zika, G. & Helmrich, R. (Hrsg.) (2016). Industrie 4.0 und die Folgen für Arbeitsmarkt und Wirtschaft: Szenariorechnungen im Rahmen der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen. IAB-Forschungsbericht, 13, Nürnberg.

Für eine zukunftsgerechte berufspädagogische Qualifikation des betrieblichen Ausbildungspersonals – Befragung von ausbildenden Fachkräften (Masterarbeit)

Innerhalb der Betriebe ist es das betriebliche Ausbildungspersonal, das als haupt-verantwortlicher Personenkreis für die fachliche Qualifizierung des beruflichen Nachwuchses die Verantwortung dafür übernimmt, dass den Auszubildenden der Einstieg in die Berufswelt gelingt. Innerhalb der Gruppe des betrieblichen Ausbildungspersonals sind es wiederum die ausbildenden Fachkräfte, die mit einer Größenordnung von ca. 5 Millionen die tragende Säule betrieblicher Berufsausbildung sind. Anders als die offiziell bei den zuständigen Stellen gemeldeten Ausbilder/-innen, die nach § 28 Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine berufspädagogische Qualifizierung aufweisen müssen, steht es den ausbildenden Betrieben frei, eine berufspädagogische Qualifizierung ihrer ausbildenden Fachkräfte einzufordern, was nur selten geschieht (vgl. Pätzold 2008, S. 324). Dies verwundert im Wissen um die überwiegend an der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) orientierte Ausbildung der Ausbilder/-innen nicht, der bereits in einer Untersuchung aus dem Jahre 1977 nur ein marginaler Stellenwert für die tägliche Ausbildungspraxis zugesprochen wurde (vgl. Boerger & Paschen 1977, S. 13). Dennoch wird eine berufspädagogische Qualifizierung des betrieblichen Bildungspersonals vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Transformationen und den damit verbundenen Herausforderungen für betriebliche Bildung immer wichtiger. Um eine zukunftsgerechte Ausbildung des betrieblichen Ausbildungspersonals zu gewährleisten und die berufspädagogische Qualifizierung auch aus Sicht des betrieblichen Bildungspersonals im Allgemeinen und der ausbildenden Fachkräfte im Speziellen attraktiv zu gestalten, ist es zunächst notwendig, die für die Bewältigung betrieblicher Ausbildungspraxis relevanten Themenfelder zu identifizieren. In der Masterarbeit könnte durch eine quantitativ angelegte Betriebsbefragung und auf Basis professionstheoretischer Annahmen eine Analyse der Tätigkeitsanforderungen, der vorherrschenden Didaktik betrieblichen Lernens und der Zusammenhänge von Ausbildung und betrieblichem Wissensmanagement geleistet werden.

Literatur zum Einlesen:

  • Boerger, M. & Paschen, K. (1977). Effizienz der Ausbilder- Ausbildung aus der Sicht der Ausbildungsleiter. Beruf und Bildung, 25(5), 12–14.
  • Brünner, K. (2012). Novellierte AEVO - Novellierte Ausbildung der Ausbilder? berufsbildung(136), 33–35.
  • Brünner, K. (2014). Aufgabenspektrum und Handlungsstrukturen des betrieblichen Ausbildungspersonals. Paderborn: Eusl.
  • Dietrich, A. & Meyer, R. (2009). Qualifizierung und Professionalisierung des Bildungspersonals als Ansatz der Qualitätssicherung. In T. Bals, K. Hegmann & K. Wilbers (Hrsg.), Qualität in Schule und Betrieb (S. 276–283). Aachen: Shaker.
  • Ebbinghaus, M. & Ulmer, P. (2010). Betriebliches Ausbildungspersonal - Welche Rolle spielt seine pädagogische Qualifizierung? Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis(6), 38–42.
  • Pätzold, G. (2008). Ausbildereignungsprüfung wichtig für das Image und Qualität beruflicher Bildung. Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 104(3), 321–326.
  • Rebmann, K. & Schlömer, T. (2008). Qualifizierung und Professionalisierung des Aus- und Weiterbildungspersonals. berufsbildung(111), 3–6.

Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBnE) und deren curriculare Verankerung – eine quantitative und qualitative Bestandsaufnahme (Masterarbeit)

Der aktuelle Nationale Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie die Zielformulierung: Vom Projekt zur Struktur der gegenwärtigen Modellversuchsreihe „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019“ zeigen auf, dass auf bundesbildungspolitischer Ebene eine Notwendigkeit der bisher nur randständig erfolgten curricularen Implikation der Bildungsziele und -inhalte einer BBnE erkannt wurde. Obgleich nachhaltiges Handeln eindeutig im Bildungsauftrag von Berufsschulen aufgeführt wird, lässt sich eine Konkretisierung dieser Leitvorstellung sowie „eine fundierte (…) curriculare Auseinandersetzung mit dem Nachhaltigkeitsgedanken“ (Fischer 2007, S. 46) kaum in einzelnen Lernfeldern wirtschaftsberuflicher Curricula auffinden. Dieser Status Quo widerstrebt folglich sowohl den bundesbildungspolitischen Anforderungen als auch gegenwärtigen Erkenntnissen, dass Curricula für die Umsetzung der BBNE und der entsprechenden Unterrichtsgestaltung an beruflichen Schulen eine hohe Bedeutung haben.

Eine Bachelor- oder Masterarbeit könnte sich in diesem Forschungsfeld mit einer quantitativen und qualitativen Bestandsevaluation der curricularen Implementierung ausgewählter kaufmännischer Berufe widmen. Die Auswahl orientiert sich z. B. an den zehn stärksten besetzten Ausbildungsberufen nach Berufsbildungsbericht 2017.

Literatur zum Einlesen:

Prozedere der Betreuung

Wenn Sie sich für eine Betreuung Ihrer Abschlussarbeit interessieren, reichen Sie bitte ein Exposé über Ihr Forschungsvorhaben bei Herrn Prof. Schlömer ein. Der Abgabetermin für das Exposé richtet sich nach den Fristen zur Übernahme der Themen gemäß der APO und der FSPO der Fakultät Bildungs- und Erziehungswissenschaften.

  • Abgabe des Exposés für Masterarbeiten: 20.03.
  • Abgabe des Exposés für Bachelorarbeiten: 31.08.

 Das Exposé soll einen Eindruck von Ihrem geplanten Forschungsvorhaben vermitteln und die Grundlage für die von Ihnen zu erstellende Abschlussarbeitet sein. Ihr Exposé sollte folgende Punkte enthalten:

  • Skizzierung der zu bearbeitenden Fragestellung
  • Darlegung der geplanten Vorgehensweise bei deren Bearbeitung der Fragestellung
  • Übersicht der gesichteten Literatur  

Vor der Erstellung des Exposés ist ein Sprechstundentermin mit Prof. Schlömer zu vereinbaren. Terminanfragen richten Sie bitte an das Sekretariat (helga.dudda@hsu-hh.de).

Die Betreuung Ihrer Abschlussarbeit an der Professur Berufs- und Arbeitspädagogik verläuft entsprechend folgendem Prozedere.

  • Erster Termin: Themenabsprache mit dem Betreuer. Ziel des Treffens ist es, den Rahmen der Arbeit zu sondieren (siehe Themenvorschläge). Aufbauend darauf wird das Exposé erstellt.
  • Zweiter Termin: Besprechung des eingereichten Exposés. Absprache über die theoretische und ggf. empirische Fundierung sowie der detaillierten Gliederung der Arbeit. Anmeldung der Arbeit.
  • Weitere Termine: Vorstellung der Zwischenergebnisse der theoretischen oder ggf. empirischen Untersuchungen. Besprechung von Problemen und nächsten Arbeitsschritten.

 

 

last modified Jan 17, 2018 12:44 PM

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