Tagung des Arbeitskreises Historische Familienforschung (Köln), Januar 2013

Tagung des Arbeitskreises Historische Familienforschung (AHFF) in der Sektion Historische Bildungsforschung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, Thema: "Familie in krisenhaften Zeiten".

Tagungsprogramm

Anmeldeformular

Anfahrtskizze

Mit diesen Hotels hat die Universität zu Köln Sonderkonditionen für Tagungen vereinbart, auf die man sich bei der Buchung berufen kann: Hotels

Familie in krisenhaften Zeiten

Politische und ökonomische Krisen, aber auch ökologische Katastrophen haben gravierende Auswirkungen nicht nur auf Individuen und Gesellschaften, sondern auch auf Familien: Verfolgung, Flucht, Vertreibung, Hungersnöte, Armut, Obdachlosigkeit – dies alles sind Situationen, die individuell und gesellschaftlich verarbeitet werden müssen, deren Bewältigung aber auch bzw. vor allem auf der Ebene der Familie stattfindet. Gleichwohl hat sich die Historische Familienforschung dieser Thematik eher punktuell als grundlegend zugewendet, dies gilt aber auch für die Familienforschung insgesamt. Zwar liegen zahlreiche, vornehmlich zeitgeschichtliche Studien zum familialen Umgang mit Verfolgung, mit Flucht und Vertreibung, mit Vaterlosigkeit und Kriegstraumata vor; deren Fokus ist jedoch vor allem auf die beiden Weltkriege gerichtet. Demgegenüber sind andere, historisch weiter zurückliegende Krisenzeiten und Krisenphänomene – z. B. Kriege der Frühen Neuzeit und des 18. und 19. Jahrhunderts oder Hungersnöte, religiöse und ethnische Verfolgung, Migrationsprozesse aufgrund von Verarmung seit dem Mittelalter etc. – von der Historischen Familienforschung vergleichsweise wenig thematisiert worden. Gleiches gilt für Krisen in außereuropäischen Regionen, mit denen sich die Historische Familienforschung bis heute so gut wie gar nicht befasst hat. Auf der Tagung an der Universität zu Köln sollen daher unter der Perspektive ‚Familie in krisenhaften Zeiten‘ historische, aber auch aktuelle Krisenerfahrungen und Krisenbewältigungen in Familien, die durch außerfamiliale ‚Krisenzeiten‘ bewirkt sind, zum Thema gemacht werden.

Der Begriff der „Krisenzeit“ lässt sich jedoch nicht nur auf ökonomische, politische und ökologische Krisen und deren Folgen für Familien beziehen. Vielmehr geraten Familien auch aufgrund innerfamilialer Ereignisse wie Trennungen, Scheidungen, Tod, aber auch Sucht und Gewalt in mitunter lang andauernde Krisen. Die Auswirkungen, die äußere und innere Krisen auf Familien haben, z.B. auf die familiale Interaktion und auf innerfamiliale Beziehungen, sind, gerade im Hinblick auf die Geschichte der Familie, kaum untersucht worden. Auch die Frage nach familialen Bewältigungsstrategien ist in historischer Perspektive kaum bearbeitet worden.

Folgende Fragen stellen sich: Wie gingen Familien mit der Situation der Krise und der damit zumeist verbundenen Tatsache um, dass die bisher bewährten Muster der Problembewältigung nicht mehr funktionierten? Welche inner- und außerfamilialen Unterstützungssysteme konnten aktiviert werden – oder auch nicht? Welche Netzwerke (z.B. Verwandtschaft, Freunde, Nachbarschaft) konnten mobilisiert und genutzt werden – oder auch nicht? Lassen sich eventuell familientypische Resilienzfaktoren ausmachen, die den Umgang mit krisenhaften Zeiten erleichterten, und unter welchen Voraussetzungen gelang es Familien, Krisen als Wendepunkte zu Wachstum und Weiterentwicklung zu gestalten?

Die Tagung will ein Forum bieten, das Thema „Familie in krisenhaften Zeiten“ in seiner ganzen inhaltlichen Breite zu erörtern. Wie bei allen Tagungen des Arbeitskreises freuen wir uns über Beiträge in Form historischer oder aktueller Fallstudien wie auch über Vorträge, die die theoretischen, methodischen oder methodologischen Aspekte des Tagungsthemas ins Zentrum rücken. Die Beiträge sollten 30 Minuten nicht überschreiten.

Termine

Die Arbeitskreistagung findet vom 25.-26. Januar  2013 an der Universität zu Köln statt.

Bitte reichen Sie bis spätestens 1. November 2012 ein kurzes Exposé ein. Schicken Sie Ihren Vorschlag per E-Mail an Prof. Dr. Carola Groppe, Professur für Erziehungswissenschaft, insbesondere Historische Bildungsforschung, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (groppe@hsu-hh.de, Telefon: +49 40 6541-2854).

Tagungsplanung und -durchführung

Organisation durch Prof. Dr. Carola Groppe (Hamburg), Prof. Dr. Meike Baader (Hildesheim), Dr. Petra Götte (Augsburg) und Prof. Dr. Elke Kleinau (Köln)

zuletzt verändert: 07.02.2014 12:36 abgelaufen

Artikelaktionen