Im deutschen Kaiserreich. Eine Bildungsgeschichte des Bürgertums von 1871 bis 1918

Die im Entstehen begriffene Monographie behandelt bildungshistorische Fragen des deutschen Kaiserreichs (1871-1918) und diskutiert diese im Rahmen von Fallstudien aus einer wirtschaftsbürgerlichen Familie, der Seidenfabrikantenfamilie Colsman im Bergischen Land. Die Monographie erscheint im Sommer 2018 im Böhlau-Verlag in Köln.

In der Monographie wird untersucht, wie die rasanten Veränderungen der Lebenswelt und der Lebensformen im Kaiserreich (zwischen seiner Gründung 1871 und dem Ende des Ersten Weltkriegs) erfahren wurden und in welchen Bereichen des Lebens, insbesondere in Prozessen des Aufwachsens, dies eine Rolle spielte. Besonderes Augenmerk richtet sich dabei erstens auf Fragen der Globalisierung und des Nationalbewusstseins, zweitens auf Geschlechterfragen (Männlichkeits- und Weiblichkeitsideale, Geschlechterrollen und -identitäten) und drittens auf den Themenkomplex Autorität (Anerkennung oder Ablehnung obrigkeitlicher Herrschaftsformen, Praktiken hierarchischer und machtförmiger Sozialbeziehungen), der ausgehend von der älteren These Hans-Ulrich Wehlers von der autoritären Matrix des Kaiserreichs geprüft wird. Die drei übergeordneten Perspektiven werden in der Monographie jeweils auf sämtliche Untersuchungsbereiche angewendet: Ehe und Familienleben, Familienerziehung, Bildung und Ausbildung von Jungen und Mädchen, Peer Group-Erfahrungen, Militärzeit, Berufspraxis.

zuletzt verändert: 09.12.2017 13:04

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