2/2015

Video zum Eröffnungsvortrag von Micha Brumlik im Rahmen der Ringvorlesung „Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland“ an der HSU

Prof. Dr. Micha Brumlik hat am 3. Februar die vom Arbeitskreis „Interkulturelle Bildung“ an der Helmut-Schmidt-Universität organisierte Ringvorlesung „Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland – Figurationen und Interventionen in Gesellschaft und staatlichen Institutionen" mit einem Vortrag über „Neuen und alten Antisemitismus in Deutschland“ eröffnet.

Micha Brumlik ist 1947 in der Schweiz geboren und später mit seiner Familie nach Frankfurt am Main gezogen. Ende der 1960er Jahre begann er sein Studium der Philosophie in Verbindung mit einem Kibbuzaufenthalt in Jerusalem. Nach seiner Rückkehr studierte er Pädagogik, Philosophie und Soziologie in Frankfurt am Main. Auf die Promotion in Philosophie folgte eine Assistenzprofessur für Devianzpädagogik in Hamburg, danach war er Professor für Erziehungswissenschaft in Heidelberg und ab dem Jahr 2000 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, wo er mittlerweile emeritiert ist. Er war zudem Gastprofessor an unterschiedlichen Universitäten im In- und Ausland.

Micha Brumliks breit gefächertes Werk umfasst zahlreiche erziehungswissenschaftliche sowie philosophische, religions- und kulturwissenschaftliche und politische Schriften. Besonders intensiv hat er sich mit der Geschichte des Judentums sowie Fragen des jüdischen Lebens in der Gegenwart befasst und sich auch mit den Erscheinungsformen von Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart einen Namen gemacht. Die konsequente Verortung dieser Probleme in ihren breiteren historischen, gesellschaftspolitischen und kulturellen Kontexten ist eine hervorstechende Qualität seiner Arbeiten. Micha Brumlik hat in der Vergangenheit vielfach Position in aktuellen Debatten bezogen, etwa 2010 als der Historiker Wolfgang Benz für seinen Vergleich von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit angegriffen wurde oder als die 2012 mit dem Adorno-Preis ausgezeichnete amerikanische Philosophin Judith Butler für ihre Kritik an der Politik Israels massiv kritisiert und angefeindet wurde. 

Von 2000 bis 2005 war Micha Brumlik Direktor des Fritz Bauer-Instituts, einem Forschungs-, Dokumentations- und Bildungszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe Universität. Seit 2013 ist er Senior Adviser am Zentrum für jüdische Studien in Berlin/Brandenburg. Zudem gibt er die ‚Blätter für deutsche und internationale Politik‘ sowie das Periodikum ‚Babylon – Beiträge zur jüdischen Gegenwart‘ mit heraus und publiziert als Gastautor in diversen Zeitungen.

Wir danken Micha Brumlik sehr herzlich für seinen Vortrag und die interessante Diskussion!  

Mit der nun schon zum vierten Mal vom Arbeitskreis ‚Interkulturelle Bildung’ veranstalteten Ringvorlesung soll an der HSU ein Raum geschaffen werden, in dem Fragen von Pluralität und Demokratie, von Rassismus und Rechtsextremismus in der Migrationsgesellschaft – mit einem besonderen Fokus auf dem Beitrag staatlicher Institutionen – zur Sprache gebracht und diskutiert werden können. Der Arbeitskreis versteht sich als offener Gesprächs- und Arbeitszusammenhang an der HSU, der alle Interessierten zur Mitwirkung einlädt. Die Ringvorlesung wurde von den folgenden Personen mitgeplant und umgesetzt: Julia Berghofer, Mechtild Gomolla, Martin Karcher, Ellen Kollender, Marlene Menk, Gesa Schütt, Dorothee Schwendowius und Susanne Timm.


zuletzt verändert: 18.11.2015 15:27

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