Forschung

Forschungsschwerpunkte

An der Professur für Sozialpsychologie wird vorrangig an folgenden Themen geforscht:

Konsens-Ansatz

Der Konsens-Ansatz ist eine Erklärung des sozialen Einflusses durch Minderheiten und Mehrheiten. Individuen als Mitglieder sozialer Gruppen zeigen Uniformität und Anpassung an die Vorgaben der Mehrheit der anderen Gruppenmitglieder – beobachtbar in gemeinsamer Kleidungsordnung, sozial geteilten Normen und Moralvorstellungen, Demokratie als politischer Grundeinstellung usw. Der herrschende Konsens bestimmt, was erwartet wird und als "normal" gilt. Es ergeben sich soziale Phänomene, die umgangssprachlich z. B. als „Herdentrieb“ bezeichnet werden.

Unimodel

Urteile zu bilden, sei es über das Wetter, eine politische Partei, eine Person, ein Konsumprodukt usw. ist eine fundamentale menschliche Aktivität, die über die Jahre viel wissenschaftliches Interesse in der Sozialpsychologie erfahren hat. Dabei dominieren in der Literatur Zwei-Prozess-Modelle zur Urteilsbildung.  In unserer Abteilung untersuchen wir insbesondere Persuasionsphänomene aus dem Blickwinkel des Unimodel.

Need for Uniqueness

Tätowierungen, ein maßgeschneiderter Anzug oder eine abweichende Meinung – all diese und viele weitere Merkmale können Ausdruck des Bedürfnisses nach Einzigartigkeit sein (Need for Uniqueness, NfU; Snyder & Fromkin, 1977). Dahinter steht der Wunsch, sich von Anderen zu unterscheiden, sich von der „grauen Masse“ abzuheben und in irgendeiner Form besonders zu sein.

Effekte durch Phonem-Rezeption auf Personenbeurteilung und Verhalten

Die Aktivierung von semantischen Inhalten im Gedächtnis (Priming) mit Konzepten wie z. B. „alt” kann nachfolgendes Verhalten von Individuen beeinflussen, ohne dass dieser Einfluss den Betroffenen bewusst wird. Bargh, Chen und Barrows (1996) konnten dazu zeigen, dass Individuen langsamer als in einer Vergleichsbedingung einen Flur entlang gingen, wenn sie zuvor mit dem Konzept „ältere Menschen” durch Wörter wie „grau“, „Bingo“etc.geprimt wurden.

Social psychological dynamics of historical representations in the enlarged European Union

In der COST (European Cooperation in Science and Technology) Action IS1205 gehen Forscherinnen und Forscher der Bedeutung sozialer Repräsentationen von Geschichte für ethnische, nationale und Europäische Identitäts­bildung und Intergruppenkonflikte nach. Die Action hat eine Laufzeit von 2012-2016 und einen Umfang von ca. 664.000 Euro. Prof. Dr. Hans-Peter Erb wurde am 30.08.2012 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zum deutschen Repräsentanten des Verwaltungsausschusses ernannt. Eine detaillierte Beschreibung der Action und ihrer Ziele findet sich unter http://costis1205.wix.com/home.

zuletzt verändert: 30.11.2016 15:55

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