Psychologische Labore

Die psychologischen Labore stellen eine Ressource zur gemeinsamen Nutzung durch die psychologischen Lehrstühle und Arbeitsgruppen dar und werden durch die Laborleitung Psychologie betreut. Die Labore dienen der Durchführung und Analyse experimental-psychologischer Untersuchungen und erlauben die simultane Anwendung verschiedener Messverfahren.

Neben der Erhebung von Daten in der psychologischen Forschung dienen die Labore auch als Lehrlabor im Studiengang Psychologie.

Ausstattung

Reaktionszeitmessung

Die Messung von Reaktionszeiten bei der Durchführung kognitiver Aufgaben stellt eine wichtige Methode der experimentellen Psychologie dar. Durch die Variation von Variablen innerhalb eines Experiments (z.B. die Anzahl zu behaltender Items im Kurzzeitgedächtnis) lassen sich durch die unterschiedlichen Reaktionszeiten Rückschlüsse auf den Inhalt und die Dauer mentaler Vorgänge schließen und theoretische Modelle der Kognition empirisch testen.
Es stehen insgesamt sechs Kabinen zur Verfügung in denen zeitgleich und unter  standardisierten Bedingen Reaktionszeiten erhoben werden können.

Zur Programmierung und Steuerung von Untersuchungen stehen verschiedene Software-Pakete zur Verfügung (Presentation, E-Prime, PsychToolBox für MATLAB), die eine Darbietung von visuellen und auditorischen  Experimentalreizen, sowie die Erfassung von Reaktionen mit sehr hoher zeitlicher Genauigkeit (< 1 ms) ermöglichen.

Eye-Tracking

Die Messung von Blickbewegungsparametern (Fixationsorte- und zeiten, Sakkaden) dient beispielsweise als Indikator zur Untersuchung von Aufmerksamkeitsprozessen. Zusätzlich kann die Messung der Pupillenweite zur Untersuchung von mentalen Prozessen beitragen (z.B. Pupillenerweiterung unter Stress).

Die Labore sind mit einem Hochleistungs-Eye-Tracker (SR Research Eyelink 1000) ausgestattet.

EEG

Die Messung von Hirnströmen und die Analyse ereigniskorrelierter Potentiale (EKPs) mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung dienen als neurophysiologische Korrelate kognitiver Vorgänge. Durch Verfahren der Quellenlokalistion lassen sich Entstehungsorte von Gehirnaktivität näherungsweise berechnen.

Zur Erhebung von der EKPs steht ein Active Two-EEG-System der Fa. Biosemi (Link) mit zugehörigen aktiven 64-Kanal-EEG-Kappen zur Verfügung.

Peripherphysiologie

Psychologische Vorgänge gehen mit physiologischen Veränderungen (z.B. einer Aktivierung des sympathischen Nervensytems) einher. Verschiedene biopsychologische Parameter lassen sich über eine drahtloses Messsystem (Biopac Bionomadix) im Labor erheben:

  • Elektrokardiogramm (EKG), Herzrate
  • Fingerpuls
  • Hautleitfähigkeit
  • Elektromyogramm (EMG)
Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Ableitung von Elektrookulogramm (EOG) und EEG (4-Kanäle).

Neurostimulation

Durch die transkranielle Neurostimulation kann die Funktion von Nervenzellen spezifischer Hirnareale moduliert werden. Hierbei wird an der Schädeloberfläche ein schwacher elektrischer Gleich- oder Wechselstrom appliziert. Dadurch lassen sich Zusammenhänge zwischen kognitiven Funktionen und den daran beteiligten Hirnarealen untersuchen. Hierfür seht in den Laboren ein DC-Stimulator Plus der Fa. Neuroconn zur Verfügung.

Desweiteren kann zur Stimulation von kurzer Dauer ein Nerven- und Muskelstimulator (Digitimer DS7A) verwendet werden.

zuletzt verändert: 18.05.2016 14:27

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